Frankfurt: Stadt aus Glas

Vor einem Monat waren wir für ein verlängertes Wochenende in Frankfurt am Main, die einzige deutsche Stadt mit einer ernstzunehmenden Skyline und einer der größten Buchmessen der Welt. Zwischen Bahnhof und Innenstadt reihen sich einige Hochhäuser mit verspiegelten Glasfassaden aneinander. Um diese soll es hier zunächst gehen, und nicht um die alten, prunkvollen Villen dazwischen oder die neugebaute Altstadt neben dem Frankfurter Dom.

Glasfassaden der Hochhäuser Gallileo und Skyper in Frankfurt (Main).

Hier geht es um Glas, den großflächig dominierenden Baustoff in Frankfurt. Gerade um Taunus- und Gallusanlage herum, die offensichtlich Überreste der ehemaligen Wehranlagen sind, stehen die Hochhäuser dicht an dicht, sodass sich mir meine schon lange verblassten Erinnerungen an Chicago aufdrängten. Auch Frankfurt scheint für Autofahrer gebaut zu sein. Es gibt vierspurige Straßen zwischen den Häuserschluchten und oft keine gute Möglichkeit, sie als Fußgänger zu überqueren. Auch die Menschen auf der Straße sprechen viele verschiedene Sprachen, sodass es etwas seltsam war, dass sonst alles auf Deutsch war.

In Tokio hatte ich nie so ein Gefühl von Enge. Wie damals schon berichtet, sind dort sind zwar die Häuser höher, aber auch deutlich mehr verteilt über ein unfassbar großes Stadtgebiet. Die Frankfurter Skyline ist dagegen überschaubar und gar nicht so umfangreich. Einige Gebäude, wie etwa der Westhafen Tower oder der Neubau der Europäischen Zentralbank ragen eher einsam abseits des Zentrums aus dem Boden.

Der Main mit seinem Grünstreifen und den zahllosen Brücken rundet die glasige und kantige Innenstadt etwas ab und bietet Platz für das Museumsufer, wo auch das Deutsche Architekturmuseum zu besichtigen ist. Als wir dort waren, gab es in dem selbst etwas seltsam und altmodisch wirkenden Bau gerade ein Ausstellung über die Architektur Bangladeschs und die schönsten „Einfamilienhäuser“ Deutschlands im Jahre 2019. Am interessantesten war aber ein historisch-architektonischer Rückblick über die Frankfurter Paulskirche, welche Entscheidungen zu ihrem Wiederaufbau nach dem Krieg geführt haben, und warum man sie vielleicht lieber so lässt, wie sie gerade ist.

Ein Kommentar zu “Frankfurt: Stadt aus Glas

  1. Hallo Daniel,
    diese Gebäude sind echt nicht meine. Aber deine Fotos sind toll: Du hast durch die Lichtverhältnisse die Gebäude optimal betont und dargestellt, das gibt direkt eine Gänsehaut. Respekt!
    Thekla

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