Trockener Elbsandstein – Ausblicke

Heute gibt es den zweiten Teil meiner Serie über das Elbsandsteingebirge, das wir uns im Juni 2017 bei bestem Wetter erwandert haben. Während es im ersten Teil um Anblicke markanter Punkte ging, folgen heute die Ausblicke in die Landschaft, von denen es viele und sehr schöne gibt. Die Aussichtspunkte mit den meisten Besuchern liegen sicherlich entlang des Aufstiegs zur Bastei aus Niederrathen. Dort hat man an mehreren Stellen einen schönen Blick entlang der Basteifelsen auf die Elbe, aber die Basteibrücke ist leider von der Elbseite her nur schwer zu sehen.

Blick flussabwärts auf die Elbe entlang des Basteifelsens.
Blick flussabwärts auf die Elbe entlang des Basteifelsens.

Genau in der Bildmitte kann man auch den Wartturm erkennen, bei dem im Jahr 2000 etwa 450 m³ Sandstein abgebrochen und über 60 Meter in die Tiefe gestürzt sind. Eine deutliche Erinnerung daran, dass der Sandstein und die ganze Landschaft von Erosion geformt wurden. So musste auch erst kürzlich eine Aussichtsplattform mit Blick auf die Bastei und den Kurort Rathen dauerhaft gesperrt werden. Der Fels besteht dort im Inneren wohl nur noch aus losem Sand.

Blick von der Festung Königstein auf den Elbbogen mit dem Lilienstein in der Mitte.
Blick von der Festung Königstein auf den Elbbogen mit dem Lilienstein in der Mitte.

Von der Festung Königstein auf der gegenüberliegenden Elbseite hat man auch eine schöne Aussicht, insbesondere auf den großen Elbbogen, in dessen Zentrum sich der Lilienstein erhebt.

Weitere schöne Ausblicke ergeben sich vom Dach des Kuhstalls, der aus dem Kirnitzschtal recht schnell erreicht werden kann. Wir waren dort an dem Tag nach dem heftigen, nächtlichen Gewitter, sodass die Bilder (im Hintergrund und weiter unten) eine leicht mystische Atmosphäre haben, die mir auch sehr gefällt. Auf dem Kuhstall ist man ringsum vom Nationalpark Sächsische Schweiz umgeben und hat von Osten bis Westen einen schönen Überblick über verschiedenste Felsformationen.

Blick vom Dach des Kuhstalls in die Tiefen des Nationalparks Sächsische Schweiz, mutmaßlich auf den kleinen und großen Lorenzstein (ohne t).

Ein wirklicher Höhepunkt unseres Urlaubs war für mich aber vor allem die Wanderung vom Parkplatz Beuthenfall im Kirnitzschtal zum Frienstein, bei dem sich die Idagrotte befindet. Man erreicht sie über einen schmalen Felsvorsprung mit Haltegriffen. Durch eine horizontale Schicht wasserundurchlässigen Gesteins ist dort eine größere Grotte aus dem Fels erodiert, die zwei Öffnungen mit davor liegenden Plattformen und schöner Aussicht zu bieten hat. Wir haben dort Mittagspause gemacht und ich habe die Gelegenheit genutzt, etliche Aufnahmen für ein Panorama zu machen:

Panorama-Ausblick vor der Idagrotte (links im Bild)
Panorama-Ausblick vor der Idagrotte (links im Bild)

Von der Idagrotte aus sind wir noch eine weitere Treppe durch ein romantisches Tal zum Reitsteig auf den Affensteinen gestiegen. Der Weg auf dem Gipfel ist dann breit und sehr bequem. Nach einem Aussichtspunkt direkt am Reitsteig haben wir letztendlich den noch etwas höher liegenden Carolafelsen erreicht. Das Verrückte dort ist, dass der Fels von oben stark zerklüftet ist und große Teile entlang der Kante in wenige Quadratmeter große Plateaus mit etwa zwei Meter tiefen Spalten dazwischen unterteilt ist. So kann man nicht nur über die Plateaus laufen, sondern auch durch das Labyrinth dazwischen 1.

Ausblick vom Carolafelsen auf Falkenstein und Lilienstein
Ausblick vom Carolafelsen auf Falkenstein und Lilienstein

Dazu kommt noch das tolle Gefühl, ganz oben auf etwas Hohem zu sein und natürlich der wirklich tolle Ausblick. Zum einen kann man die benachbarten Flanken der Affensteine und Schrammsteine sehen, zum anderen sieht man in der Ferne den Lilienstein in einer Linie mit dem Falkenstein, der als einzelner Fels ebenfalls immer ein markanter Punkt im Nationalpark ist. Vom Carolafelsen aus machten wir uns dann wieder an den Abstieg durch eine Schlucht mit dem beschaulichen Namen „Wilde Hölle“. Ein durchaus ziemlich gutes Erlebnis, von dem ich in einem späteren Beitrag noch berichten werde.

Die zweite größere Wanderung mit sehr schönen Aussichten führte uns zunächst von unserem Campingplatz zum Fuße der Schrammsteine und durch das Große Schrammtor, das im letzten Beitrag schon zu sehen war. Danach kann man dann über den Wildschützensteig zur Schrammsteinaussicht aufsteigen. Ebenso wie auf dem Lilienstein ist dort alles sehr schön mit Geländern versehen, sodass man problemlos die Aussicht von der Felskante genießen kann.

Blick über das westlichste Ende der Schrammsteine.
Blick über das westlichste Ende der Schrammsteine.

Von dort aus sind wir den Schrammstein-Gratweg entlang gewandert, der zunächst über einen sehr schmalen Abschnitt der Felsen führt und an den meisten Stellen ebenfalls gut gesichert ist. Nach einer längeren Strecke in östliche Richtung kommt man dann zu einer weiteren schönen Aussicht in die Breite Kluft, von der ich hier allerdings kein Bild habe. Stattdessen gibt es noch eines vom Gratweg, von einer Stelle, wo man hinter den Schrammsteinen in der Ferne auch noch den Lilienstein und den Königstein mit der Festung sehen kann.

Königstein und Lilienstein in der Ferne hinter den Ausläufern der Schrammsteine.
Königstein und Lilienstein in der Ferne hinter den Ausläufern der Schrammsteine.

 

Notes:

  1. Die Beschreibung erinnert mich gerade etwas an das Gefühl, durch das Berliner Holocaust-Denkmal zu gehen.

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