Bristol: Architektur im Mix

Im vergangenen April hatte ich das Vergnügen, an einer der weltweit größten C++-Konferenzen in Bristol teilnehmen zu können. Neben unzähligen exzellenten Vorträgen hatte ich auch Gelegenheit, abends mit meinen Kollegen etwas die Stadt kennenzulernen und habe außerdem eine der Mittagspausen für einen etwas hektischen Fotorundgang genutzt. Obwohl es April und England war, hatten wir sehr schönes Wetter und Bristol ist eine interessante Stadt mit vielfältiger Architektur.

Die Ruine von St. Peter’s Church im Castle Park in Bristol.

Das Konferenzhotel liegt direkt am Rande der Innenstadt und des Castle Parks, einer größeren Freifläche, deren frühere Bebauung durch Luftangriffe im zweiten Weltkrieg völlig zerstört wurde. Bristol war damals ein wichtiger Standort für Schiff- und Luftfahrtsindustrie. In der Nachkriegszeit wurde dann nördlich vom Castle Park ein neues Einkaufszentrum mit einer modernen Fußgängerzone aufgebaut.

Auch an vielen weitere Orten in der Stadt finden sich noch Bauten aus den 1950er und 1960er Jahre, die wahrscheinlich ähnlich wie das Konferenzhotel 1 etwas in die Jahre gekommen sind. Im alten Stadtkern, der sich westlich an den Castle Park anschließt, gibt es aber auch noch beeindruckende Bauten aus früheren Zeiten.

Insbesondere entlang der Corn Street gibt es noch sehr prunkvolle Bauten, die vom früheren Reichtum der Stadt zeugen. Durch die geschützte Lage nahe der Mündung des Flusses Avon gab es schon immer Schifffahrt und regen Handel in der Stadt, der seine Höhepunkt mit dem Sklavenhandel im 18. Jahrhundert erreichte. Die Anfänge reichen aber schon in das 12. Jahrhundert zurück. In diesem Zeitraum wurde auch mit dem Bau der äußerlich eher gotischen Kathedrale von Bristol begonnen, der sich dann bis ins 19. Jahrhundert hingezogen hat. Auch während meines Besuchs gab es dort Bauarbeiten und es war nicht so klar ersichtlich, ob man auch das Innere hätte besichtigen können.

Die Kathedrale von Bristol.
Einige ältere Häuse in Bristol.

Es gibt über die Stadt verstreut auch noch einige alte Fachwerkhäuser und urige Pubs, gerade im alten Hafenbereich sind aber mitlerweile viele Flächen neu bebaut worden. Der eigentliche Hafenbetrieb hat sich mit zunehmender Größe der Schiffe dichter an die Flussmüdung und aus der Stadt hinaus verlagert. So ist auf dem ehemaligen Hafengelände ein modernes Vergnügungsviertel mit zahlreichen Kneipen und Restaurants entstanden. Dort gab es auch einen echten Rutschenturm, den ich bisher nur aus RollerCoaster Tycoon 2 kannte.

Mir hat die abwechslungsreiche Architektur und die Lage am Wasser sehr gut gefallen, auch wenn die hügelige Landschaft etwas anstrengend ist. Dafür ist die Radwege-Infrastruktur beeindruckend gut, selbst wenn man in einer der radfreundlichsten Städte Deutschlands 3 lebt. Oft sind beide Fahrtrichtungen des Radweges direkt nebeneinander und es gibt sogar Fußgängerüberquerungen und getrennte Radwege im Park. Insgesamt kam mir die Stadt sehr lebendig, kreativ und modern vor. Dazu passt auch, dass viele Werke von Banksy hier zu finden sind und ich auch ein Original von ihm bestaunen konnte.

Notes:

  1. das etwas größere Probleme mit den Aufzügen hatte, was sehr lästig ist, wenn man sein Zimmer im 10. Stock hat. Auch das Türschloss meines Zimmers war nicht so zuverlässig…
  2. Das beste PC-Spiel aller Zeiten.
  3. Karlsruhe liegt auf Platz 1 der Städte zwischen 200.000 und 500.000 Einwohnern mit einer Note von 3,15. Da geht also noch mehr…

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