Die Leuchtenburg schön neu fotografiert

Vor einer Woche habe ich endlich meine neue Kamera bekommen und konnte sie am vergangenen Wochenende mit meiner Freundin bei der Leuchtenburg hier im Süden von Jena ausprobieren. Ich bin immer noch etwas überwältigt von den unzähligen Einstellmöglichkeiten der Kamera und auch die Bildqualität ist merklich besser als bei meiner alten Kamera. Aber seht selbst…

Tauwasser an einem Dachstein der Mauer um die Leuchtenburg.
Tauwasser an einem Dachstein der Mauer um die Leuchtenburg.

Bedauerlicherweise hängt auch mit einer tolleren Kamera weiterhin die Wirkung eines Bildes vor allem vom Motiv, dem Geschick und der Geduld des Fotografens bei der Bildgestaltung ab. So ist das Foto oben mit dem Wassertropfen das eher zufällige Ergebnis unzähliger Serienbildaufnahmen und wäre zweifellos auch mit meiner alten Kamera möglich gewesen. Bei der Bildbearbeitung merkt man aber schon die höhere Auflösung und Qualität des Sensors in der Kamera. Besonders aufgefallen sind mir die schön scharfen und sehr fein abgebildeten Äste der kahlen Bäume vor dem blauen Himmel wie auf dem Bild im Hintergrund. Das ist etwas, was meine alte Kamera nie gut hinbekommen hat.

Die Landschaft bei der Leuchtenburg.
Die Landschaft bei der Leuchtenburg.

Auch der Dynamikumfang ist merklich besser. Helle und dunkle Bereiche in den Bildern werden detaillierter wiedergegeben und lassen sich besser korrigieren. Außerdem zeigt der Sensor deutlich weniger Rauschen. Damit kann man noch deutlich empfindlichere Einstellungen für die Fotografie bei wenig Licht nutzen. Für die wirklich interessanten Lichtverhältnisse (Neonlicht!) werde ich aber auch in Zukunft mein Stativ benutzen. Dafür kann die Kamera auch so schöne Dinge wie Spiegelvorauslösung und Belichtungsreihen. Einen Fernauslöser braucht man eigentlich auch nicht mehr, da man die Kamera über WLAN mit einer (noch nicht wirklich ausgereiften…) Smartphone-App auslösen kann.

Der Eingang zur Leuchtenburg.
Der Eingang zur Leuchtenburg.

Doch nun noch etwas Text über die Leuchtenburg! In ihrer aktuellen Form ist sie auch recht neu und beherbergt ein Porzellan-Museum. Der letzte Teil der Dauerausstellung hat erst 2015 eröffnet. Vorher wurde die Burg ausgiebig renoviert und um einen Anbau sowie das hübsch quaderförmige Besucherzentrum (rechts im Bild) ergänzt. So kann man jetzt auch über einen Steg mit verglastem Bodenteil einen Blick (und womöglich auch Porzellan) ins Tal werfen. Trotz des harten Kontrasts zwischen neuen und alten Gebäuden finde ich die neuen Teile aber durchaus ganz gelungen und nicht zu aufdringlich. Sie fügen sich ganz gut ins Gesamtbild und man kann sogar durch das Besucherzentrum hindurch weiterhin in die Landschaft blicken.

Die Aussichtsplattform an der Leuchtenburg von unten.
Die Aussichtsplattform an der Leuchtenburg von unten.

Ansonsten blickt die Burg auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Sie wurde vor etwa 800 Jahren von den Besitzern der Lobdeburg erbaut und an einen Nachfahren vererbt. Sie wechselte dann noch im Mittelalter mehrmals den Besitzer und war letztendlich von 1396 bis 1918 im Besitz der Wettiner 1. Große Teile dieser Zeit wurde sie zunächst als Amtssitz für den umliegenden Bezirk genutzt. Nach einer kurzen und kampflosen Belagerung 1451 wurden die heute noch erhaltenen Verteidigungsanlagen mit Mauern und Türmen errichtet, letztere dann aber weiter zu Gefängnissen umgebaut.

Aussichtsplattform an der Leuchtenburg und der Blick in Richtung Jena (schwach in der Ferne sichtbar)
Aussichtsplattform an der Leuchtenburg und der Blick in Richtung Jena (schwach in der Ferne sichtbar)

Um 1700 wurde der Amtssitz in den nahegelegenen Ort Kahla verlegt und die Burg fortan als „Zucht-, Armen und Irrenhaus“ genutzt. Seit 1871 ist auch diese Epoche vorbei und die Burg wird überwiegend touristisch genutzt. So entstand neben einem Hotel dort 1920 die erste Jugendherberge Thüringens und die Burg war in dieser Zeit ein Treffpunkt der Jugendbewegung. So blieb es im Wesentlichen die ganze wechselhafte jüngere deutsche Geschichte hindurch, bis die Jugendherberge 1997 wegen zunehmender Baufälligkeit geschlossen wurde. Erst 2007 wurde die Burg dann von einer eigens gegründeten Stiftung gekauft, die sich nun für den Erhalt einsetzt und die Anlage in den vergangenen Jahren instand gesetzt hat.

Aber auch die Landschaft in der Umgebung ist ganz schön. Man hat von den ziemlich hohen und freien Hügeln einen schönen Ausblick auf das Saaletal und die umliegenden Orte. Bei etwas besserer Fernsicht sollte auch Jena in der Ferne (etwa 15 km) besser erkennbar sein, so wie man auch umgekehrt die Leuchtenburg noch vom Napoleonstein aus sehen kann.

Weg im Schnee bei der Leuchtenburg.
Weg im Schnee bei der Leuchtenburg.

Notes:

  1. Der Adelsfamilie gehören im Übrigen auch die derzeitige britische Königin sowie der König von Belgien an, wie ich gerade gelernt habe.

3 Kommentare zu “Die Leuchtenburg schön neu fotografiert

    1. Hi Silke,
      vielen Dank für den Kommentar! Ich habe leider bisher weder die Porzellan-Ausstellung in der Leuchtenburg noch den letzten Weimar-Tatort gesehen. Meine Kollegen waren aber von letzterem auch ganz begeistert :-).

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