Jena von den Kernbergen und ganz dicht

Heute gibt es mal wieder Fotos von meinem derzeitigen Wohnort: Jena. Ich habe ja schon häufiger Fotos von den umliegenden Hängen des Saaletals gezeigt, und auch am vergangenen Karfreitag habe ich den Feiertag und das schöne Wetter genutzt, um aus dem beengenden Tal heraus zu kommen. Dieses Mal war ich mit meiner Freundin etwas südlicher auf den Kernbergen Jenas unterwegs.

Auf dem Weg vor der Straßenbahnhaltestelle kamen wir aber zunächst an den Teufelslöchern vorbei. Laut Wikipedia handelt es sich dabei um die ältesten urkundlich erwähnten Höhlen in Thüringen. Die Eingänge sind zwar mittlerweile zugemauert, aber auch von außen ist das vielfältig gefaltete Gestein in teilweise recht rosanen Farbtönen sehr hübsch anzusehen. Außerdem ist die Außenseite noch spärlich mit Löwenzahn bewachsen.

Löwenzahn an den Teufelslöchern in Jena
Löwenzahn an den Teufelslöchern in Jena

Kurz dahinter kann man dann über ein schmales Tal durch den Wald zu einem Aussichtspunkt aufsteigen, an dem entlang die mittlere der drei Horizontalen über die Kernberge verläuft. Von dort aus hat man in nördliche Richtung einen schönen Blick auf die Innenstadt von Jena. Ich habe es mit einiger Mühe geschafft, Fotos zu machen, auf denen nicht der Turm zu sehen ist 1:

Nach den ganzen Tele-Fotos ist es nun aber an der Zeit, den neuesten Zuwachs bei meiner Fotoausrüstung vorzustellen: ein Sigma 17-70mm F2,8-4 DC Makro OS HSM. Da ich zusammen mit meiner alten Kamera auch das Kit-Objektiv an meine Freundin verkauft habe, fehlte mir noch ein Standard-Zoom 2. Es passt perfekt in die Lücke zwischen meinem Ultra-Weitwinkel mit 10-20 mm Brennweite und dem Teleobjektiv mit 70-300 mm, mit dem die beiden Bilder von Jena und das vom Löwenzahn entstanden sind.

Schneckenhaus, gefunden am Hang der Kernberge in Jena.
Schneckenhaus, gefunden am Hang der Kernberge in Jena.

Wie der Name schon verrät, hat es außerdem gewisse Makro-Fähigkeiten. Es kann auch bei der Brennweite von 70 mm noch auf einen Abstand von 22 cm scharf stellen. Zum Vergleich: mein Teleobjektiv hat eine Naheinstellgrenze von 150 cm. Der Abstand bezieht sich dabei auf den Bildsensor, sodass man bei vollständig ausgefahrenem Objektiv etwas aufpassen muss, um nirgends anzustoßen. Man bekommt dann einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:2,8, das Abbild eines 2,8 cm großen Gegenstandes ist auf dem Bildsensor also 1 cm groß. Mit speziellen Makroobjektiven ist noch mehr möglich (etwa auch eine 1:1-Abbildung), aber auch so habe ich jetzt Zugang zu einer Fotografie-Richtung, die mir bisher völlig verschlossen war.

Zwei Tannenzapfen auf einer Bank.
Zwei Tannenzapfen auf einer Bank.

Zunächst hatte ich sehr viel Spaß an belanglosen Blumenfotos und habe davon auch etliche auf unserer Wanderung entlang der Kernberge gemacht. Man bekommt so einen ganz anderen Blick für kleine Dinge und auch die Herausforderungen beim Fotografieren sind ganz anders. So ist es sehr schwierig, richtig zu fokussieren, weil die Schärfentiefe bei einem derart kleinen Abstand zum Motiv sehr gering ist. Und wenn man sich soweit an das Objektiv gewöhnt hat, dass man das Anstoßen am Motiv vermeiden kann, hat man oft noch das Problem, dass man selbst im Licht steht und das Motiv völlig verschattet…

Aber auch jenseits der Makro-Aufnahmen bin ich bisher sehr zufrieden mit meinem neuen Objektiv. Der Brennweitenbereich ist sehr schön und reicht für vieles. So habe ich auch schon bei einem Familienurlaub an der Ostsee Anfang des Monats fast ausschließlich mit dem Objektiv fotografiert. Bilder davon wird es auch irgendwann hier geben. Wirklich schlecht ist nur, dass die Frontlinse zu schwer für die restliche Konstruktion ist und das Objektiv von alleine hereinzoomt, wenn man die Kamera nach unten hält. Ansonsten kann man damit auch schöne Landschaftsfotos machen, wie etwa das im Hintergrund oder folgendes vom Hang der Kernberge:

Blick auf die Felsen der Kernberge von der mittleren Horizontalen.
Blick auf die Felsen der Kernberge von der mittleren Horizontalen.

Notes:

  1. Wie man gut am Hintergrundbild erkennen kann, fehlt in der Mitte zwischen den beiden Bildern genau das entscheidende Stück.
  2. Zugegebenermaßen war die optische Qualität meines alten 18-55 mm-Objektivs von Nikon auch wirklich schlecht.

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