Call me maybe

Es ist so weit: mein Projekt „Call me maybe“ ist fertig! Ich habe im Zeitraum von Juli 2013 bis Februar 2015 an insgesamt 21 Orten in deutschen Städten verschiedener Größe Telefonzellen fotografiert. Dabei ist das Modell TelH 90 1 sehr dominant, ich habe aber auch die beiden Spezialausführungen „Stadtbild modern“ und „Stadtbild historisch“ sowie zwei alte gelbe Telefonzellen (Modell TelH 78) gefunden (Quelle der Bezeichnungen und viele weitere Fotos). Aber seht selbst:

Wie sich schon an den wenigen Beispielen zeigt, gehören Telefonzellen zu einer bedrohten Spezies. Es geht mir hier aber weniger darum, noch einen wehmütigen Artikel über das Ende der Telefonzelle zu schreiben (davon gibt es genug im Internet).

Ich kann mich zwar noch gut daran erinnern, dass ich auf meiner ersten Klassenfahrt noch mit einer Telefonkarte zu Hause angerufen habe, ich finde aber die Vorstellung total befremdlich, dass es früher unzählige solche Kabinen im öffentlichen Raum gegeben haben muss 2. Es gibt alte Fotos, wo Vierer- oder Sechsergruppen von Telefonzellen zu sehen sind! Wofür man die alle früher wohl mal gebraucht hat? Tatsächlich habe ich in den Jahren, die ich Telefonzellen fotografiert habe, nur einmal jemanden eine benutzen sehen (siehe oben!). Für mich ist das heute in etwa so unbegreiflich wie Lochkarten. Noch seltsamer finde ich eigentlich nur das öffentliche Faxgerät. Umso spannender finde ich, dass es aus der Prä-Mobilfunk-Ära noch so viel Überreste in den Städten gibt, und auch wo sie sich noch befinden.

Die Bilder hier sind übrigens erstmals keine „einfachen“ Fotos. Fast alle sind Montagen von mehreren Fotos mit unterschiedlicher Belichtung, die ich mit Gimp über Leuchtkraft-Masken zusammengebastelt habe. Dabei habe ich mal kurz ein Gimp-Plugin geschrieben, das diese Masken automatisch erzeugt. Bei Interesse einfach bei mir melden!

Notes:

  1. Im offiziellen Sprachgebrauch handelt es sich um Telefonhäuschen, während sich -zellen ursprünglich wohl nur in Gebäuden fanden.
  2. Diesem Artikel zufolge ist die Zahl von 2006 bis Anfang 2016 von 110000 auf etwa 30000 oder weniger gefallen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.