Ich wünsche allen meinen Lesern noch ein frohes Weihnachtsfest und ein angenehmes neues Jahr! Wie schon im vergangenen Jahr soll es hier auch um mein neuestes Fotografie-Geschenk gehen. In meinem Adventskalender (vielen Dank liebe Freundin ;-* ) fand sich eine zunächst nutzlos erscheinende, weiße Plastikkarte. Ich wurde dann darüber aufgeklärt, dass es sich um den ersten Teil eines typischen Sets von „Graukarten“ handelt. Ich habe nun also auch noch eine graue und eine schwarze Plastikkarte in Scheckkartenform.
In der Fotografie benutzt man die weiße oder die graue Karte als Referenz für die Kamera[ref]Normalerweise verwendet man wohl eine graue Karte und benutzt die weiße nur bei sehr schwachem Licht. Wer weiß, wozu die schwarze Karte genau ist, sage bitte Bescheid, das Internet war nicht so auskunftfreudig.[/ref]. Während das menschliche Auge ganz gut in der Lage ist, eine weiße Fläche unter unterschiedlichen Lichtverhältnissen als weiß zu erkennen, weiß eine Kamera zunächst natürlich nicht, welche Teile eines Fotos farbneutral sind. Dies bei einem Foto festzulegen, heißt Weißabgleich und wird zunächst von der Kamera mit einer Automatik „geraten“. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

Wenn man nun aber ein Objekt (zum Beispiel eine Plastik- oder Pappkarte) zur Hand hat, von dem man weiß, dass sie farblich neutral (z.B. weiß oder grau) ist, dann kann man zunächst davon ein Foto machen und so quasi den „Farbstich“[ref]Genauer: die Farbtemperatur. Das ist die komische Zahl zwischen etwa 2500 und 6000 K(elvin), die sich in letzter Zeit auch immer bei Leuchtmitteln aller Art findet und bestimmt, ob das Licht eher warm oder kalt wirkt. Vielleicht schreibe ich dazu demnächst mal was, ich habe in der Schule zu dem Thema mal eine Facharbeit geschrieben…[/ref] des Lichtes messen. Die entsprechende Einstellung lässt sich dann per Software auf das Foto mit dem eigentlichen Motiv übertragen oder (bei teureren Modellen) direkt in der Kamera einstellen. Im konkreten Fall sieht das Ergebnis dann tatsächlich nicht mehr so gelbstichig aus:

Während es bei dem Motiv oben noch ganz gut geht, einfach die weiße Tapete im Hintergrund als weiße Fläche anzunehmen, wird das ganze deutlich schwieriger, wenn man mehrere Lichtquellen unterschiedlicher Arten hat, wie auf dem Bild im Hintergrund. Das Licht der Kerze sieht (physikalisch) doch sehr anders aus, als das vom Umgebungslicht, das wiederum auch eine Mischung von Licht aus mehreren LED-Leuchtmitteln, einer Energiesparlampe und einer Glühbirnen-Lichterkette ist. Ähnliche Situationen ergeben sich auch, wenn zum Beispiel Tageslicht durch ein Fenster in einen Raum mit Kunstlicht-Beleuchtung[ref]Ist Kerzenlicht auch Kunstlicht?[/ref] fällt. Besonders in solchen Situationen kann ein manueller Weißabgleich mit einer Graukarte ganz hilfreich sein. Bei dem Hintergrundbild war es aber auch so schwierig, die tatsächliche Situation stimmig wiederzugeben und wir haben etliche Positionen der Karten im Mess-Bild ausprobiert um zu dem gezeigten Ergebnis zu kommen.
Außerdem kann man mit einer Graukarte übrigens auch die korrekte Belichtung eines Fotos bestimmen, da die Belichtungssensoren der meisten Kameras genau auf eine Helligkeit von 50-prozentigem Grau eingestellt sind. Beide Funktionen wäre beim Fotografieren in der Weißen Wüste sehr nützlich gewesen. Ich hatte da in der Nachbearbeitung doch ziemliche Probleme, den Weißabgleich und die Belichtung passend einzustellen.
Auch im kommenden Jahr wird es hier weitergehen mit Berichten aus Ägypten und Japan, meinen beiden fotografischen Highlights des vergehenden Jahres[ref]Vielen Dank an die Eltern meiner Freundin und an mein Graduiertenkolleg, die beide jeweils größere Teile meiner Reisekosten übernommen haben![/ref]. Ähnlich große Unternehmungen sind für das kommende Jahr leider nicht in Sicht. Ich habe aber auch so noch genug Projekt-Ideen, die ihrer Umsetzung harren ;-).