Öland – Island in the wind

Öland ist eine der zwei großen Inseln Schwedens und wir nähern uns ihr jetzt bei unserer Fahrt entlang der schwedischen Ostküste. Sie liegt nicht weit vom Festland entfernt und wir können sie über die Brücke erreichen,  über die sie seit 1972 mit dem schwedischen Straßennetz verbunden ist. Da wir mit einem kleinen, windschnittigen Auto unterwegs sind, können wir die Warnung vor starken Windböen aus dem Reiseführer vorerst ignorieren und erreichen die auf Deutsch übersetzt kreativ Insel-Land benannte Insel nach 6 km Fahrt.

Die Kirche in Borgholm auf der schwedischen Insel Öland.
Die Kirche in Borgholm auf der schwedischen Insel Öland.
Ein großer Runenstein auf der Insel Öland.
Ein großer Runenstein auf der Insel Öland.

Da wir unsere Fähre in wenigen Tagen und großer räumlicher Entfernung erreichen müssen, erkunden wir nur den mittleren Teil der sehr schmalen und langen Insel, auf der auch Schweden gerne ihren Sommerurlaub verbringen. Neben dem Ort Färjestaden am Ende der Brücke ist Borgholm die einzige größere Ansiedlung mit einer ganz hübschen Kirche, in deren Umgebung es zahlreiche Runensteine aus alten Zeiten geben soll. Nach einigem Umherwandern in immer größeren Kreisen findet sich dann tatsächlich auch ein etwa 2 m großer.

Nach weiterem Suchen findet sich dann sogar ein Supermarkt, sodass auch das Abendessen gerettet ist.  Während wir weiter über die Insel fahren, fallen vor allem die vielen Motoradfahrer und Windmühlen auf. Während erstere wegen des großen Harley-Davidson-Treffens unterwegs sind, sind zweitere schon länger auf Öland anzutreffen und das Wahrzeichen der Insel. Da es nicht nur auf der Brücke sondern auch an Land oft sehr windig ist (später noch mehr dazu), kamen viele Bauern auf die Idee, sich selbst eine eigene Windmühle zu bauen. So gab es zeitweise bis zu 2000, die teilweise in Reihen entlang der Straße stehen.

Auf der Rückfahrt Richtung Inselmitte soll es nach Auskunft des Reiseführers noch etwas total sehenswertes geben: einen großen Stein! Er liegt etwas unscheinbar am Rande eines Feldweges.

Ein großer Felsklotz.
Ein großer Felsklotz.

Davon angemessen beeindruckt (insbesondere nach dem Besuch im Tividen) geht es weiter zu einem weiteren Highlight. Es gibt noch diverse Reste früherer Besiedelung auf der Insel, wie zum Beispiel die Gråborg, von der im Wesentlichen noch ein Wall mit einem Tor übrig ist. Wo einst Menschen lebten oder handelten, wird jetzt der Innenraum von Pferden abgeweidet.

Eingangstor einer alten Burg auf Öland, die jetzt als Weide genutzt wird.
Eingangstor einer alten Burg auf Öland, die jetzt als Weide genutzt wird.

Abends suchen wir uns einen Campingplatz in der Nähe der Brücke, der direkt am Wasser gelegen ist. Wie erwähnt, ist es etwas windiger auf Öland, sodass wir hinter unserem Auto kochen. Der Wind ist netterweise recht konstant und nicht so böig. Das Zelt lässt sich auch bei der leichten Brise gut aufstellen, solange man sich ausreichend dicht am Boden hält. Wir sind ganz froh darüber, zusätzliche Leinen mitzuhaben und dass unser Zelt am nächsten Morgen nicht so zerdrückt aussieht, wie einige andere Zelte. Die Bäume am Strand stehen alle schief.

Blick von unserem Campingplatz auf Öland nach Süden.
Blick von unserem Campingplatz auf Öland nach Süden.

Beim Versuch den Campingplatz wieder zu verlassen, stellen wir fest, dass die Straße gesperrt ist, weil gerade der Iron Man stattfindet. Dessen Fahrrad-Strecke führt netterweise über die halbe Insel und dann über die Brücke ans Festland. Es ist, wie schon erwähnt, nur mittelstark windig auf der Brücke. Wir dürfen unseren Campingplatz dann bei einer kleinen Lücke zwischen den Fahrradfahrern über den Hinterhof einer gegenüberliegenden Tankstelle verlassen und fahren noch etwas nach Süden, wo wir einen weiteren frühgeschichtlichen Schutzwall an einer Klippe besichtigen, der nicht sehr fotogen war. Danach geht es zurück über die Brücke auf der Fahrspur neben den Fahrradfahrern, die sich bestimmt sehr über die erhöhte Stelle der Brücke (und den frischen Wind) freuen, die diese hat um den Schiffsverkehr nicht zu blockieren.

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