Tividen: I’m lost in a forest

Ich sitze gerade in der Bahn und bin mit nur zwei Stunden Verspätung auf dem Weg nach München. Kann man ja nicht ahnen, dass die Baustelle auf der Strecke plötzlich den ganzen Verkehr behindert. Viel Zeit jedenfalls, um über unseren Schweden-Urlaub zu schreiben. Während hier vorm Fenster diverse Wälder vorbei ziehen, geht es jetzt um etwas ganz besonderes: einen echten schwedischen Urwald.

Der Fagertärn, einziger See mit natürlich vorkommenden roten Seerosen
Der Fagertärn, einziger See mit natürlich vorkommenden roten Seerosen

Vom Vänern aus führte unsere Reise nämlich weiter nach Norden und zum zweiten großen See Schwedens, dem Vättern. Unser Ziel war aber der Naturpark Tividen etwas landeinwärts. Dort gibt es ein Schutzgebiet, in dem sich der Wald schon länger selbst überlassen ist und tut, was er natürlich findet. Abgehalten davon wird er nur von einer Straße und einem Parkplatz im Inneren als Ausgangspunkt für Wanderwege. Dieser war auch unser Ziel, nachdem wir unser Zelt auf einem Campingplatz etwas südlich des Waldes untergebracht hatten.

Einer der größeren Felsen im Tividen
Einer der größeren Felsen im Tividen, vorne ein Baum mit Wegmarkierung

Die Wanderwege stellten sich als schmale Trampelpfade heraus, gekennzeichnet nur durch orange Farbstreifen an etwa jedem fünften Baum. Entsprechend haben wir uns auf dem Weg zur Troll-Kirche auch direkt verlaufen. Letztendlich stellte sich unser Ziel dann als Felsplattform heraus, von der aus man einen guten Blick über das Bäumemeer hatte 1.

Felsen im Tividen
Felsen im Tividen

Das ganze Gebiet dort ist geprägt von rundlichen Felsen  unterschiedlichster Größe, bewachsen mit Nadelbäumen und vielen Moosen, Flechten und ähnlichem. Da wir am späteren Nachmittag dort waren, hatten wir den Weg für uns alleine und waren direkt der sehr natürlichen Natur ausgesetzt. Ein schönes Erlebnis.

Am nächsten Morgen haben wir dann eine kurze  Regenpause genutzt um unser sehr nasses Zelt abzubauen. Es hat sich dann im Laufe des Tages herausgestellt, dass dies die einzige regenfreie Zeit des Tages war. Wir sind dann noch zu einem weiteren Highlight der Region gefahren: der Fagertärn, der einzige Teich mit natürlich vorkommenden roten Seerosen. Die sollen zwar angeblich genau im August blühen, taten sie aber nicht. Es war einfach nur nass dort. Gerettet hat den Tag nur noch das kleine Dorf mit dem Namen Bråten. Weiter im Süden gibt es auch Råsen.

Der Fagertärn mit Regenschirmhalterin, damit das Ufer nicht nass wird.
Der Fagertärn mit Regenschirmhalterin, damit das Ufer nicht nass wird.

Notes:

  1. Von den heidnischen Ritualen, die im verlinkten Wiki-Artikel erwähnt sind, wussten wir noch nichts. Meiner (christlichen) Freundin geht es (noch) gut.
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