Stockholmer Stadshus

Eine der großen Touristen-Attraktionen Stockholms haben wir uns während unseres Schwenden-Urlaubs eher zufällig angeguckt: das Stadshus (wörtlich: Stadthaus) von Stockholm, in dem die Stadtverwaltung und der Stadtrat untergebracht ist. Wir sind dort vorbeigekommen, weil das Gebäude nicht weit vom Hauptbahnhof entfernt an der Küste liegt und stellten fest, dass wir dort mit unserer Stockholm-Card eine kostenlose Führung bekommen konnten. Es fand auch zeitnah eine statt, sodass wir die Gelegenheit direkt nutzten. Wie sich herausstellte ist das eine lohnende Sache, da die Architektur des Gebäudes ziemlich ungewöhnlich ist.


Von außen betrachtet handelt es sich um einen größeren, rechteckigen Backsteinbau mit einem hohen Turm an einer der Ecken, der mit drei goldenen Kronen gekrönt ist. Wie wir erfuhren, hatte der Architekt bei der Planung Anfang der 20. Jahrhunderts das Ziel, den Eindruck zu erwecken, dass es sich um ein deutlich älteres Gebäude handelt. Durch ein größeres Portal kommt man dann in einen Innenhof, der über einen Säulengang mit der Ufer-Wiese außerhalb des Gebäudes verbunden ist. Im Inneren begann dann die Führung damit, dass die riesige Menge von Touristen nach Sprache in etwas kleinere Gruppen eingeteilt wurde.

Die blaue Halle im stockholmer stadshus. Als Nobelpreisgewinner darf man hier die Treppe hinunter schreiten und nach der Preisverleihung dinieren.
Die Blaue Halle im stockholmer Stadshus. Als Nobelpreisgewinner darf man hier die Treppe hinunter schreiten und nach der Preisverleihung dinieren.

Als erstes ging es  dann in die Blaue Halle, die zwar nicht blau, dafür aber schon recht imposant ist. Dort findet jedes Jahr das Festessen für die neuen Nobelpreisträger statt. Man erzählte uns, der Architekt habe für den Entwurf der großen Haupttreppe Holzmodelle unterschiedlichster Art gebaut und sich dann für die Treppe entschieden, auf der seine Frau am elegantesten herunterschreiten konnte. Aus weniger praktischen Gründen gibt es neben einer der Türen zwei Nischen, von denen nur eine mit einer Statue besetzt ist. In der anderen fehlt nicht etwa die Figur, sie wurde bewusst vom Architekten weggelassen, um die Neugier der Besucher anzuregen.  Außerdem soll sich in dem Saal die größte Orgel Skandinaviens befinden, von der allerdings nichts zu sehen ist. Hier findet das festliche Abendessen nach der Nobelpreisverleihung statt. Möchte man mehr als 60cm Sitzplatz-Breite haben, muss man entweder Nobelpreisträger oder schwedischer König sein.

Die Decke des Ratssaales im stockholmer stadshus.
Die Decke des Ratssaales im stockholmer Stadshus.

Ein weiteres Konzept des Architekten war es, zwischen den repräsentativen, großen Sälen kleinere Räume mit niedriger Decke anzuordnen, sodass man jedes Mal von neuem überrascht wird, wenn man wieder in einen der großen Hallen tritt. Das funktioniert tatsächlich gut und so kamen wir nach einem Flur und einem kleineren Zwischenraum in den Ratssaal, in dem nach wie vor das stockholmer Stadtparlament tagt (hinter der Frontseite im großen Bild oben). Der Saal ist neben dem üppigen Holzgestühl vor allem wegen der bunt bemalten und dem offenen Himmel nachempfundenen Holzdecke besonders.

Die Decke der Turmspitze des Stockholmer stadshus  von innen, der rundliche Teil mit der farbigen Mitte ist nach oben gewölbt (auch wenn es nicht immer so aussieht).
Eine Decke im Turm des Stockholmer Stadshus von innen, der rundliche Teil mit der farbigen Mitte ist nach oben gewölbt (auch wenn es nicht immer so aussieht).

Weiter ging es dann durch einen kleineren Raum in dem Turm mit einer ebenfalls sehr beeindruckenden, fast schon schwindelerregenden Decke in einen weiteren repräsentativen Saal an der dem Wasser zugewandten Seite des Gebäudes (links hinter dem Turm im großen Bild oben). Damit hier bei einem Empfang beide Seiten an einer langen Tafel im Raum einen schönen Ausblick haben, wurde die Wand gegenüber der Fensterfront von einem Künstler entsprechend dem Ausblick aus dem Fenster gestaltet.

Als letztes kamen wir dann in den Goldenen Saal, der tatsächlich sehr golden ist. Die Wände sind komplett mit vergoldetem Mosaik verkleidet, das als Hauptfigur die Königin des Mälaren (aka Stockholm) zeigt und viele weitere Personen der schwedischen Geschichte verewigt. Da der Stil der Bilder eher unschwedisch ist, kam das Gesamtkunstwerk zunächst nicht so richtig gut an. Mittlerweile ist der Raum (und das gesamte Stadshus) aber auf jeden Fall eine große Touristenattraktion Stockholms und man kann den Saal (ebenso wie die Blaue Halle) auch mieten. Um hier kostenfrei tanzen zu können, empfiehlt es sich wiederum einen Nobelpreis zu gewinnen.

Der goldene Saal im stadshus in Stockholm.
Der goldene Saal im stadshus in Stockholm.

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