Stockholm: Am Wasser gebaut.

Es gibt endlich wieder etwas neues hier! Ich habe die letzten Wochen genutzt, um die Urlaubsfotos von unserem Stockholm-Aufenthalt während unserer Schweden-Reise zu sichten. Da es doch einige interessante Bilder gibt, geht es hier zunächst nur um die Stadt an sich. In nächster Zeit folgen dann noch weitere Artikel zu einzelnen Sehenswürdigkeiten.

Wesentliches Merkmal Stockholms ist die Tatsache, die der Titel erwähnt: es ist am Wasser gebaut, genauer auf 14 Inseln in der Mündung des Mälaren-Sees in die Ostsee. Dies macht die Stadt sehr reizvoll und außergewöhnlich, hat aber auch Nachteile.

Sehr prägend fand ich zunächst vor allem die vielen Brücken, die teilweise auf Höhe der ersten Etage zwischen Häusern hervorragen und andere Straßen und Wasserläufe überspannen. Auch andere Plätze wie Slussen und Sergels Torg werden von  vielschichtiger Verkehrsplanung mit viel Beton aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dominiert. Sergels Torg kann man zum Beispiel mit etwa 500m Fußweg durch U-Bahn-Stationen vom Hauptbahnhof aus auch komplett unterirdisch erreichen.

Räumlichkeiten der Svenska Manometerfabriken unter einer Straße am Slussen
Räumlichkeiten der Svenska Manometerfabriken unter einer Straße am Slussen

Die größte Shopping-Straße im neueren Teil der stockholmer Innenstadt sieht aus, wie in vielen  europäischen Großstädten und ist übermäßig überfüllt mit Touristen. Wir hatten aber auch das Glück, dass wir gerade zu Beginn des jährlichen stockholmer Kulturfestivals dort waren und die größten Plätze der Innenstadt mit Bühnen und abends auch mit Schweden gefüllt waren. Dort gibt es dann kostenlose Konzerte durchaus auch bekannterer Künstler 1. Wir hatten das Vergnügen mit Bombino, einer Band aus Tuareg-Menschen, die die traditionelle afrikanische Musik ihres Volkes mit E-Gitarren und westlichem Rock verbinden.

Blick zwischen den Gebäudeteilen hindurch auf einen Kirchturm
Blick zwischen den Gebäudeteilen hindurch auf einen Kirchturm

Im stockholmer Stadtbild haben auch modernere Architekten einen Eindruck hinterlassen. Direkt hinter dem Hauptbahnhof gibt es zum Beispiel den Waterfront genannten Hotel- und Tagungskomplex mit sehr moderner Architektur. Das ist aber eher die Ausnahme in Stockholm. Große Teile der Stadt sind vor allem von älteren Gebäuden geprägt. In der Altstadt (eine eigene Insel!) gibt es auch enge Gassen und romantischere Plätze ohne Beton. Als Regierungssitz Schwedens und des schwedischen Königs gibt es natürlich auch sehr viele imposante Repräsentativbauten aus verschiedenen Epochen der schwedischen Geschichte. Das eindrucksvollste davon  ist wahrscheinlich der Königspalast, in dem wir auch einige sehr prunkvolle Räume besichtigen (aber leider nicht fotografieren) konnten.

Der Palast des schwedischen Königs in der Abenddämmerung.
Der Palast des schwedischen Königs in der Abenddämmerung.

Für mich als Physiker waren natürlich auch die allgegenwärtigen Orte der jährlichen Nobelpreisverleihung sehr interessant. Neben den tatsächlichen Schauplätzen der Zeremonien wie dem Stadshus, in dem das Bankett stattfindet und über das ich noch getrennt berichten werde, gibt es auch ein Nobelmuseum. Das verpasst allerdings die Möglichkeit, die bestimmt zahllosen interessanten Geschichten über die Nobelpreisträger und deren Erkenntnisse zu erzählen 2. Es zeigt hauptsächlich ein paar Filme und Exponate zu einzelnen Wissenschaftlern.

Es gibt aber in Stockholm auch genügend andere interessante Museen, die netterweise im Gegensatz zu vielen deutschen Museen nicht schon um 18h schließen 3. Neben dem obligatorischen Wasa-Museum, von dem ich ebenfalls noch erzählen werde, war für mich vor allem das Fotografiska interessant, das zeitgenössische Fotografie ausstellt. Als wir dort waren, gab es eine große Ausstellung über Helmut Newton, einem der maßgeblichen Mode- und Menschen-Fotografen des letzten Jahrhunderts. Auch wenn das nicht meine bevorzugte Fotografie-Richtung ist, fand ich es schön, in einem Museum nur für Fotografie zu sein.

Abschließend gibt es noch ein paar weitere Bilder aus Stockholm (anklicken!):

Notes:

  1. 2013 war etwa Mando Diao Headliner, wir waren zu deren Auftritt aber leider nicht mehr in Stockholm
  2. Die Medaillen von Max von Laue und James Frank sollen zum Beispiel von Niels Bohr in Königswasser aufgelöst worden sein, um sie vor den Nazis in “Sicherheit” zu bringen. Das habe ich leider bloß nicht im Museum sondern in der Wikipedia erfahren.
  3. Oder schon um 17h wie das Deutsche Museum…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.