Nach sehr langer Zeit gibt es heute wieder einen neuen Beitrag zu meinem Projekt aus dem Jahr 2016 mit dem Titel Arbeitsplätze über alte Industriedenkmale und Industriearchitektur. Aktueller Anlass dafür war ein Besuch in der Zeche Zollverein im Rahmen eines Familienurlaubs in Essen.

Das Areal des ehemaligen Bergwerks wurde direkt zur Stilllegung Ende 1986 unter Denkmalschutz gestellt und ist seit 2001 UNESCO-Welterbe-Stätte. Neben dem Förderturm des letzten, etwa 1 km tiefen Schachtes XII gibt es diverse Hallen, Neubauten und in etwas größerer Entfernung die ehemalige Kokerei, die mittlerweile alle für kulturelle Zwecke genutzt werden. Das Besucherzentrum und das Ruhr-Museum sind in der ehemaligen Kohlenwäsche untergebracht, wo ich im Rahmen einer Führung auf das Dach und entlang des Kohle-Weges durch die Anlage einige Fotos machen konnte.

Neben einigen Förderanlagen, die die Kohle aus dem Bergwerk in das Gebäude bewegen, kommt man vor allem an großen Trommeln vorbei, in denen eine erste Grobsortierung der Kohlenstücke nach Größe durchgeführt wurde. Bei einem Blick in das Innere der einen Trommel kann man noch diverse Reste von Schläuchen und Seilen aus dem Bergwerk sehen, die sich dort verfangen haben.

Die Feinsortierung und das Aussortieren von Gestein fand dann anschließend in Wasserbecken statt, da Kohle schwimmt. Mit den hier im Hintergrund abgebildeten Kolben wurden Wellen in den Becken angeregt, die die Kohlen über Barrieren hinweggespült haben, während Steine liegen blieben. Eine effektive und recht einfache Automatisierung, die wahrscheinlich schon seit dem Jahr der Fertigstellung 1932 dort in Betrieb war.

Von den weitläufigen Außenanlagen, den Museen und der Kokerei habe ich bisher nicht viel gesehen, sodass sich ein weiterer Besuch auf jeden Fall lohnt. Die Anlagen in der Kohlenwäsche haben mich aber deutlich weniger fasziniert, als die Völklinger Hütte, die ich vor einigen Jahren im Saarland besichtigt habe1Davon wird es hoffentlich auch irgendwann hier einen Beitrag geben. Fotos habe ich viele gemacht, aber das Licht war sehr schlecht.. Das Stahlwerk ist ebenfalls eine Welterbe-Stätte und lässt sich an einem Tag gut zu Fuß und ohne Führung erkunden, sodass man die Ausmaße der Anlage besser und im eigenen Tempo erfahren kann.